Chor

Ein kleines Festival der Chormusik
Liederabend -
25. April 2010
Bullauer Sänger und deren Gäste unterhalten Musikfreunde in den Bierhallen.

ERBACH. Nein, das war kein herkömmlicher Liederabend, zu dem der Männergesangverein des Erbacher Höhenstadtteils Bullau eingeladen hatte. Acht Chöre folgten der Einladung in die Bierhallen am Erbacher  Sportpark. Insgesamt neun Chöre boten daher ein Spektrum von Chorliteratur, mit dem man diese Veranstaltung durchaus als kleines "Festival der Chormusik" beschreiben könnte.
Traditionelles und modernes Liedgut, klassisches Volkslied, Schlager und Klänge aus der amerikanischen Gründerzeit - alles war vertreten, und die Vielzahl der  auftretenden Vereine war möglicherweise zusätzlicher Ansporn für alle,  ihr Bestes zu geben.
Nach kurzer Begrüßung durch Vorsitzenden Günter  Müller eröffneten die Gastgeber unter Dirigent Mario Freidel den  musikalischen Reigen. Rüdiger Hoberg übernahm die Moderation, stellte die Gastchöre und deren jeweils drei bis vier Lieder vor. Da ging  zunächst unter anderen der Titel "Suliko" ins Ohr, vorgetragen vom  gemischten Chor aus Günterfürst mit Chorleiterin Rita Flick, und der Männerchor Liedertafel Erbach (Helmut Schwinn) überzeugte mit dem Lied vom ”Weißen Mönch". Herausragend der ”Jäger aus Kurpfalz", vorgetragen von den Sängern aus Lörzenbach (Frank Ewald). Die “Glocken der Heimat"  besangen die Sängerinnen und Sänger der Concordia Erlenbach (Stefan  Störrle), während der gemischte Chor des KSV Haingrund (Ralf Schnellbacher) den “ Fröhlichen Musikus" intonierte.
Gleich zwei Chöre waren aus Hesseneck angereist.

So gefiel der gemischte Chor aus Schöllenbach (Dieter Jahn) mit dem Schlager "Butterfly". Chorleiterin Kendra Diemer begleitete die  Sängerinnen und Sänger aus Hesselbach mit der Gitarre zum Titel "Top of  the World". Zuvor waren es die Sänger aus Beerfurth unter Jürgen  Martini, die - teilweise mit Klavierbegleitung - mit Vorträgen wie dem  Lied vom "Hammerschmied" glänzten. Den fröhlichen Schlusspunkt setzten  die Bullauer selbst mit ihrem Lied "€žIn froher Runde", das den doch  manchmal sehr schweren Abschied aus geselligem Beisammensein beschreibt. Mehrere Sänger verschiedener Chöre trugen mit ihren beeindruckenden Solovorträgen zum Gelingen des Abends bei.
Natürlich variieren  Vortragsweise und -stil der einzelnen Chöre, dem aufmerksamen Beobachter bleiben aber auch die Unterschiede im Liedgut der zu mehreren  Sängerkreisen der Region gehörenden Vereine nicht verborgen. Wenige und kurze Wortbeiträge, keine langatmigen Ehrungszeremonien auch das hatte zweifellos positive Auswirkungen auf den Gesamtablauf.
Einzig die Platzierung der Bühne an einer Stirnseite der schmalen Halle war zumindest für die hinteren Ränge etwas ungünstig. Trotz durchaus guter Akustik wäre eine zentralere Positionierung der Akteure sicher geschickter gewesen. Die gute Disziplin der Zuhörer glich dieses kleine  Manko aber weitgehend aus. Einen "Wohlfühlbeitrag" leisteten Willi Stier und sein Team mit frisch zubereiteten Grillspezialitäten. hds